Fischwissen
Auf unserer Homepage gibt es jetzt eine neue Seite, auf der wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um die Welt der Angler veröffentlichen. Wenn du eine Idee für ein Thema hast oder sogar selbst einen Beitrag beisteuern möchtest, kannst du dich jederzeit an die Vorstandschaft wenden.
Wir freuen uns über jede Anregung und jeden Beitrag.

Der Flußbarsch
Der Flussbarsch gehört zu den farbenprächtigsten Räubern in unseren Seen. Mit seinen dunklen Querstreifen, den leuchtend roten Flossen und dem kräftigen Körperbau ist er ein Fisch, den man sofort erkennt und der unter Wasser fast schon majestätisch wirkt. Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt, fühlt er sich in Stillgewässern ausgesprochen wohl. Krautfelder, Totholz, Schilfkanten und strukturreiche Uferbereiche sind genau sein Revier, und dort patrouilliert er mit der typischen Mischung aus Ruhe und blitzschneller Entschlossenheit.
In unseren Vereinsgewässern ist der Barsch zwar vertreten, aber größere Exemplare über 25 cm sind eher selten. Das liegt unter anderem daran, dass der Barsch sehr langsam wächst und sich in seiner Jugendzeit mit vielen anderen Arten um Nahrung und Lebensraum konkurrieren muss. Besonders unser großer Hechtbestand macht es ihm nicht leicht, denn gerade die mittelgroßen Barsche stehen bei den Hechten durchaus auf dem Speiseplan. Umso wichtiger sind Strukturen, in denen sich Barsche sicher entwickeln können. Genau deshalb setzen wir große Hoffnungen in unsere Totholzaktionen. Die versenkten Bündel schaffen nicht nur Schutz für Jungfische, sondern bieten auch ideale Jagd- und Rückzugsbereiche für Barsche aller Größen. Mit etwas Glück und Geduld werden wir in den kommenden Jahren sehen, dass gerade dieser Räuber davon profitiert und sich wieder häufiger in stattlicher Größe zeigt.
Der Barsch spielt eine wichtige Rolle im Gleichgewicht unserer Seen. Er hält Weißfischbestände in Schach, sorgt für Dynamik im Ökosystem und zeigt gleichzeitig, dass ein Gewässer genügend Struktur und Nahrung bietet. Ein gesunder Barschbestand ist immer ein gutes Zeichen dafür, dass ein See funktioniert.
Auch kulinarisch ist der Flussbarsch ein echter Geheimtipp. Sein helles, festes Fleisch ist fast grätenfrei, da er – im Gegensatz zu vielen anderen Weißfischen – keine Y‑Gräten besitzt. Das macht ihn besonders beliebt in der Küche. Ein klassischer Zubereitungsvorschlag wäre hier schlicht: „Barschfilet Müllerin Art“.
Die Schleie
Die Schleie gehört zu den faszinierendsten Bewohnern unserer Vereinsgewässer. Wer sie einmal aus nächster Nähe betrachtet hat, versteht sofort, warum: Die rot leuchtenden Augen, das grün‑gold schimmernde Schuppenkleid und die samtig-glatte Haut mit ihrer dicken Schleimschicht machen sie zu einem der schönsten Fische, die bei uns vorkommen. Dazu kommen der kräftige, kompakte Körperbau und die kleinen Barteln am Maul, die sie unverwechselbar machen.
Sie liebt ruhige, krautreiche Bereiche, weichen Grund, Seerosenfelder und alles, was Deckung bietet. Hektik ist nicht ihr Ding, und Strömung schon gar nicht. Dafür findet sie in warmen, nährstoffreichen Seen mit viel Unterwasserpflanzen genau das, was sie braucht. Kein Wunder also, dass sie sich in all unseren Stillgewässern nicht nur wohlfühlt, sondern sich auch erfolgreich selbst fortpflanzt. Eine selbsttragende Schleien Population ist immer ein Zeichen dafür, dass ein Gewässer ökologisch im Gleichgewicht ist und genügend Struktur, Nahrung und Rückzugsräume bietet.
Für unsere Seen hat die Schleie eine besondere Bedeutung. Sie ist ein Indikator für intakte Lebensräume und trägt selbst zur Stabilität des Ökosystems bei, indem sie Kleintiere reguliert und den Bodengrund durchwühlt. Wo Schleien leben, stimmt meist auch der Rest.
Auch als Speisefisch ist sie nicht zu unterschätzen. Ihr Fleisch ist fest, hell und aromatisch – ein echter Geheimtipp für alle, die einmal etwas Besonderes probieren möchten. Lediglich die lästigen Y-Gräten mindern den Genuss. Ein toller Rezeptvorschlag sind daher Fischfrikadellen.
Angelwetter – Die besten Bedingungen für deinen Fang
Warum Angelwetter wichtig ist
Das Wetter beeinflusst maßgeblich die Aktivität der Fische und damit die Erfolgschancen beim Angeln. Wichtige Faktoren sind Wassertemperatur, Luftdruck, Wind, Mondphasen und Tageszeit. Wer diese Elemente versteht und mit eigener Erfahrung kombiniert, kann seine Fangchancen deutlich verbessern.
Wassertemperatur
Die Wassertemperatur ist einer der wichtigsten Faktoren, da Fische wechselwarm sind.
- In warmen Monaten sind sie aktiver und halten sich oft in flacheren Bereichen auf.
- In kalten Monaten ziehen sie in tiefere, stabilere Zonen.
- Im Hochsommer kann zu warmes Wasser den Sauerstoffgehalt senken, wodurch Fische träge werden.
Die Köder- und Platzwahl sollte an die Temperatur angepasst werden.
Luftdruck
Der Luftdruck hat großen Einfluss auf den Beißindex.
- Stabiler Luftdruck über mehrere Tage führt häufig zu guten Beißzeiten.
- Ein plötzlicher Druckabfall, etwa vor einem Gewitter, macht Fische oft passiv.
- Ein Druckanstieg kann die Aktivität wieder erhöhen.
Mondphasen
Mondphasen sind unter Anglern umstritten, können aber Einfluss haben.
- Neumond: geringe Aktivität
- Zunehmender Mond: steigende Aktivität
- Vollmond: hohe Aktivität, besonders nachts
- Abnehmender Mond: sinkende Aktivität
Wind
Wind beeinflusst sowohl die Wasseroberfläche als auch das Verhalten der Fische.
- Leichter Wind sorgt für aufgeraute Oberfläche und gute Bedingungen für Raubfische.
- Mäßiger Wind kann weiterhin gute Bedingungen schaffen, macht das Angeln aber anspruchsvoller.
- Starker Wind führt dazu, dass Fische geschützte Bereiche aufsuchen.
Kombination aus Wetterdaten und Erfahrung
Wetterdaten helfen bei der Wahl des Angelplatzes und der Tageszeit. Besonders Raubfische reagieren stark auf Temperatur und stabilen Luftdruck. Eigene Erfahrungen, etwa welche Spots bei bestimmten Bedingungen gut funktionieren, bleiben jedoch unverzichtbar.
Fazit
Angelwetter ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wer Luftdruck, Temperatur, Wind und Mondphase berücksichtigt, kann seine Fangchancen deutlich erhöhen. Der Beißindex ist ein hilfreiches Werkzeug, ersetzt aber nicht die eigene Erfahrung. Perfekte Bedingungen gibt es selten, daher bleibt Zeit am Wasser der wichtigste Faktor.
Die Krebspest
Die Krebspest ist eine Krankheit, die für das drohende Aussterben der meisten einheimischen Krebsarten verantwortlich ist. Es handelt sich bei der Krankheit um einen Pilz, der sich über infizierte Individuen verbreitet. Da invasive Krebsarten aus Amerika gegen die Infektion immun sind, fördern sie die Ausbreitung der Krankheit rasend schnell. Glücklicherweise scheinen Kleinstkrebse, wie der einheimische Bachflohkrebs auch über diese Immunität zu verfügen, denn sonst hätte die Krankheit bereits eine biologische Katastrophe ausgelöst.
Trotzdem hat die Krebspest verheerende Folgen für die in Europa vorhandene Krebspopulation. Der zumindest ursprünglich auch in unseren Seen vorkommende Edelkrebs ist bereits in der höchsten Kategorie als vom Aussterben bedroht eingestuft. Einige Mitglieder des ASV berichten allerdings, dass es in mindestens einem See noch hin und wieder Sichtungen der stark bedrohten Art gibt. Dabei könnte die Trennung der Seen eine wichtige Rolle spielen, was aber angesichts der räumlichen Nähe nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.
Der in den Seen häufig anzutreffende Signalkrebs füllt die entstehende Lücke zumindest in der Nahrungskette mehr als aus, da er als Beute für die lokalen Räuber genauso wertvoll ist. Dennoch ist der Verlust einer Art immer bedenklich und sollte mit aller Kraft vermieden werden. Die Möglichkeiten hierfür sind allerdings lokal faktisch nicht gegeben. Ob eine übergeordnete, vielleicht sogar europaweite Maßnahme Erfolg haben könnte, ist aufgrund der hohen Infektionsrate der Krebspest sehr fraglich.
Erkennbar ist der Signalkrebs am glatten, dornenfreien „Rücken“, sowie dem mehr oder weniger ausgeprägten Fleck am Ansatz des Scherenfingers.
Aus angelfischereilicher Sicht spielt der Krebs eher eine sekundäre Rolle. Als Köder ist er sicher zu gebrauchen, wobei sich dies meist auf künstliche Nachbildungen beschränkt, die an der Spinrute über den Grund gezupft werden. Das Angeln mit natürlich im Gewässer vorkommenden Beutetieren verspricht zumindest Erfolg.
Als primäres Beutetier für den Angler sind die Krebse eher zu vernachlässigen. Zwar sehr schmackhaft, bedarf es doch einer beträchtlichen Menge der Tiere, um den Aufwand des Fangs und der Zubereitung zu rechtfertigen. Die Krebspest ist nicht auf den Menschen übertragbar. Der Verzehr ist daher diesbezüglich bedenkenlos möglich.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Krebspest in Europa kaum zu stoppen ist, und es für einige einheimische Arten zur (un)natürlichen Auslese führen wird.
Das neue Waffenrecht
Kurzfassung – Wichtige Informationen für Anglerinnen und Angler
Zum 31. Oktober 2024 wurde das Waffengesetz verschärft. Besonders betroffen sind die Regeln zum Mitführen von Messern. Da Messer für die Angelfischerei ein notwendiges Werkzeug sind, stellt sich die Frage, was nun beim Angeln und auf dem Weg dorthin zu beachten ist.
Bisherige Rechtslage
Schon zuvor war das Tragen von Messern mit feststehender Klinge über 12 cm oder von Einhandmessern mit feststellbarer Klinge grundsätzlich verboten. Sie durften nur mitgeführt werden, wenn ein „allgemein anerkannter Grund“ vorlag – beim Angeln ist dieser gegeben.
Das bedeutete jedoch: Solche Messer durften nur während der tatsächlichen Ausübung der Angelfischerei getragen werden.
Messer mit weniger als 12 cm Klingenlänge oder ohne einhändig feststellbare Klinge durften auch außerhalb des Angelns mitgeführt werden.
Ausnahmen galten bei Volksfesten, Sportveranstaltungen, Märkten, Theater-, Kino- und Diskothekenbesuchen sowie in Waffenverbotszonen.
Neue Rechtslage
Das neue Waffengesetz unterscheidet nicht mehr, ob ein Messer als Waffe gilt. Alle Messer sind nun bei den genannten Veranstaltungen sowie in Messerverbotszonen verboten – unabhängig von Größe oder Bauart.
Für Anglerinnen und Angler hat sich nicht geändert, welche Messer beim Angeln benutzt werden dürfen. Neu ist jedoch, wann und wo diese Messer getragen werden dürfen und wie sie zum Angelplatz transportiert werden müssen.
Ausweitung der Verbotszonen
Messer sind jetzt zusätzlich verboten in:
- Verkehrsmitteln des öffentlichen Personen-Fernverkehrs
- Bahnhöfen und Haltestellen mit Seitenwänden
Außerdem können künftig zahlreiche weitere Messerverbotszonen ohne große Begründung eingerichtet werden, z. B. auch im Nahverkehr. Es ist daher wahrscheinlich, dass viele neue Verbotsbereiche entstehen.
Transport durch Verbotszonen
Wer auf dem Weg zum Angelplatz eine Messerverbotszone durchquert, darf ein Messer nur mitführen, wenn es nicht zugriffsbereit ist.
Nach neuer Definition bedeutet das:
mindestens vier Handgriffe müssen nötig sein, um das Messer zu erreichen.
Ein Transport nur in der Angeltasche, im Angelkoffer oder in einer Messerscheide reicht nicht aus, da dies weniger als vier Handgriffe erfordert.
Welche Transportarten Gerichte künftig als „nicht zugriffsbereit“ anerkennen, ist noch offen.
Empfehlung
Bis klare Rechtsprechung vorliegt, sollte das Messer so verstaut werden, dass mindestens vier Handgriffe nötig sind.
Empfohlen wird:
- Messer in einer Scheide
- zusätzlich in einem verschlossenen Angelkoffer oder einer verschlossenen Angeltasche
- oder in einem weiteren geschlossenen Behältnis innerhalb der Tasche/Koffers
Sobald es verbindliche gerichtliche Entscheidungen gibt, erfolgt eine entsprechende Information.
Quelle: Landesfischereiverband BW
Der Hecht
Der Hecht (Esox lucius) ist einer der bekanntesten Raubfische Europas – weit verbreitet, kraftvoll und bei Anglern wie Köchen gleichermaßen beliebt. In Baden-Württemberg findet man ihn in vielen stehenden und langsam fließenden Gewässern, darunter auch in Vereinsgewässern wie den Schwackenreuter Seen.
Der Hecht ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet – von Europa über Nordamerika bis nach Asien. Er bevorzugt klare Seen, Teiche, Flüsse und Kanäle mit reichlich Unterwasserpflanzen und Schilfgürteln. Typisch ist sein langgestreckter, torpedoförmiger Körper mit einem entenschnabelartigen Maul voller scharfer Zähne. Die Färbung variiert von olivgrün bis graugrün mit hellen Flecken. Hechte können bis zu 1,50 m lang und 30 kg schwer werden, sind aber meist zwischen 60 und 90 cm groß.
Der Hecht ist ein Einzelgänger und Lauerjäger. Er verharrt regungslos in Deckung und stößt blitzschnell auf Beute vor. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, aber auch Amphibien, Kleinsäugern und Wasservögeln. Junghechte leben oft in Gruppen, während ältere Tiere territoriale Einzelgänger sind. Die Laichzeit liegt zwischen März und Mai, wobei die Weibchen bis zu 40.000 Eier in flachen, pflanzenreichen Gewässerzonen ablegen.
Hechte lassen sich mit Kunstködern wie Wobblern, Spinnern und Gummifischen gut überlisten – besonders in der Nähe von Schilf, Totholz oder Krautfeldern. In den Sommermonaten sind Morgen- und Abendstunden besonders erfolgversprechend. Wichtig ist ein Stahlvorfach, da Hechte mit ihren Zähnen normale Schnüre leicht durchtrennen. An unseren Seen gilt eine Schonzeit vom 15. Februar bis 15. Mai, und das Mindestmaß haben wir auf 60 cm festgelegt.
Hechtfleisch ist mager, fest und weiß – ideal für feine Fischgerichte. Wegen der vielen Y-Gräten wird er oft zu Fischklößchen, Hechtpflanzerl oder Farce verarbeitet. Auch als Filet in Zitronenbutter oder gebacken mit Kräutern ist er beliebt. In der gehobenen Küche gilt Hecht als edler Süßwasserfisch, besonders in Kombination mit Weißweinsoßen oder Gemüsebeilagen.
Die Rotfeder
Die Rotfeder ist ein in unseren Seen häufig vorkommender Fisch, der sich dort auch selbstständig fortpflanzt. Der Fisch kann Längen von 40cm und ein Gewicht von maximal zwei Kilogramm erreichen.
Leicht zu verwechseln ist die Rotfeder mit dem Rotauge nur, wenn man nicht genauer hinschaut. Die Rückenflosse der Rotfeder beginnt deutlich hinter der Bauchflosse. So kann man die Fische am schnellsten unterscheiden. Die Farbe der Augen wäre auch ein Hinweis, jedoch ist die Abgrenzung in der Realität oft schwer abzuschätzen. Ist das noch orange, oder schon rot? Ist das Maul oberständig, oder schon endständig? Hat der Fisch einen runden oder spitzen Kiel? Die Unterschiede sind manchmal selbst nicht zu erkennen, obwohl beide Fische nebeneinander vor einem liegen. Besonders bei kleineren Köderfischen tut man sich damit schwer. Aber die Unterscheidung ist im Angelalltag wenig relevant, weshalb sich der genauere Blick nur aus Neugierde lohnt.
Die Rotfeder fühlt sich unter anderem bei uns wohl, da sie warmes Wasser verträgt. Auch geringer Sauerstoffgehalt, oder Überdüngung machen ihr wenig aus. Daher werden Rotfedern unter guten Bedingungen fast 20 Jahre alt. Die Rotfeder ist ein Schwarmfisch. Am liebsten hält sie sich in ufernahen Regionen mit üppiger Ufervegetation und schlammigem Untergrund auf. Daher ist sie im bei uns im Schlauch meist leicht zu finden. Von Mai bis September zieht sie an der Oberfläche oder im Mittelwasser in Schwärmen durch die Seen. Daher macht es Sinn, den Standort zu wechseln, wenn auf der Suche nach Köderfischen keine Bisse erfolgen. Die Rotfeder ernährt sich hauptsächlich von Algen und Pflanzen, aber man kann sie mit Maden, kleinen Würmern, Mais, Toast und vielen anderen „haushaltsüblichen“ Lebensmitteln fangen.
Das Fleisch der Rotfeder schmeckt lecker und ist aufgrund seiner wertvollen Nährstoffe sehr gesund, jedoch stören die vielen Gräten den Genuss. Am besten schmecken sie daher, wenn man sie weiterverarbeitet, indem man sie zum Beispiel einlegt oder Frikadellen zubereitet.
Besser schmecken sie jedoch, wenn man mit ihnen als Köderfisch einen schicken Hecht oder Zander zum Essen einlädt. Bei letzterem wäre sogar das Gräten-Problem gelöst.









