Ein Arbeitseinsatz stand vor dem kommenden Großereignis. Bei reger Beteiligung wurden an vier Angelplätzen große Einsätze geleistet und die Plätze ordentlich in die Reihe gebracht. Den Seen sieht man die anhaltende Hitze deutlich an. Zwar ist der Wasserstand dank der Grundwasserbespeisung noch einigermaßen stabil, doch die vielen Teppiche aus Wasserpflanzen zeigen, wie sehr das Ökosystem unter den Temperaturen leidet. Auch die Fische kämpfen sicher mit Sauerstoffknappheit, wobei bisher zum Glück keine toten Fische gemeldet wurden. Nach dem Arbeitseinsatz war der Platz für das anstehende Nachtangeln vorbereitet, sodass wir am darauffolgenden Samstag direkt loslegen konnten.

Die Zelte standen wie immer in kürzester Zeit und mit großer Routine. Da schon vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn genügend Angelkollegen vor Ort waren, war der Aufbau zur vereinbarten Zeit fast vollständig erledigt. Der Abend begann gemütlich, und es fiel erneut auf, dass deutlich mehr Angler dieses Event wirklich zum Angeln nutzen wollten. Rund 30 Mitglieder verteilten sich zunächst auf die Angelplätze und kamen erst zurück, als sich der Duft des Essens über dem Platz ausbreitete.

Wie jedes Jahr hatten wir uns wieder etwas Neues überlegt. Diesmal gab es ein Wurstsalatbuffet mit frisch am Grill zubereiteten Bratkartoffeln. Auch hier war die große Hitze der Hintergedanke. Der von Thorsten hervorragend angemachte Wurstsalat mit Käse- und Schwarzwurstbeilage sowie die würzigen Bratkartoffeln und zahlreiche mitgebrachte Salate kamen allgemein sehr gut an. Am Ende konnte man die Reste der riesigen Menge in eine einzige Schüssel packen. Es war so lecker, dass es leider nicht mehr für den Mitternachtsschmaus gereicht hat. Aber für diesen Zweck hatte unser Andy einen riesigen Kochtopf mit Fischsuppe zubereitet. So konnten die ohnehin alle satten Angler sich über den Abend mit der Suppe versorgen. Gefangen wurden einige Aale und zwei stattliche Rotfedern, die aber wieder im See schwimmen durften.

Mit zunehmender Dunkelheit wurden die Temperaturen angenehmer, und die Stimmung rund ums Zelt immer größer. Die übliche Kartenrunde lief in vollen Zügen, während sich der Rest in bunt gemischten und ständig wechselnden Gruppen rund ums Zelt verteilte. Gegen Mitternacht wurde es ruhiger, und einige Angler suchten ihre Autos, Zelte oder Liegen auf, um zu schlafen. Ein harter Kern blieb, bis der Morgen schon wieder dämmerte. Aus unerklärlichen Gründen wurde vergessen, den Kühlschrank abzuschalten, was uns den Strom für den morgendlichen Kaffee kostete. Doch auch ohne Kaffee kämpften sich drei müde Krieger an den Grill und verwandelten dort 90 Eier und einige Päckchen Speck in leckere Rühreier. Wer noch nie so viele Eier aufgeschlagen hat, darf das gerne nächstes Jahr übernehmen. 😊

Die Eier mit frischem Brot gaben uns wieder Kraft. Nach und nach krochen alle aus ihren Nestern, und nach dem Frühstück ging es mit mehr oder weniger Elan daran, den Festplatz wieder abzubauen und alles auf die Anhänger zu verstauen. Danach wurden die Reihen schnell lichter, und ich glaube, alle, die am See übernachtet hatten, freuten sich auf Zuhause. Aber das Tageswerk war wie üblich damit nicht für alle erledigt. Einige Leidtragende kümmerten sich um die restlichen Arbeiten, die von den meisten so gerne übersehen werden: Ausrüstung verstauen, Grill schrubben, Schüsseln und Töpfe putzen, Müll abfahren und entsorgen, Getränke zurückgeben, Rechnungen bezahlen, Berichte schreiben. Ganz besonders müssen hierbei die armen Helfer hervorgehoben werden, die den Fischsuppentopf am Morgen versorgen mussten. Ich fühlte mich kurz an die Surströmming-Aktion von vor zwei Jahren erinnert. Wir haben den Nordlichtern auf jeden Fall damit die Stirn geboten. Danke, Andy, dafür nochmal.

Aber Spaß beiseite. Ein ganz besonderer Dank an die fleißigen Bienchen, die auch nach dem Fest noch für den Verein alles geben. Natürlich geht auch an alle Gäste und Helfer, die den Abend wieder zu einem Highlight werden ließen, ein herzliches Dankeschön.

Nun stehen in dieser Saison neben mindestens zwei Arbeitseinsätzen noch das Hegefischen an. Wir dürfen gespannt sein, was unser Vorstand diesmal für das Fest austüfteln wird.

Bis dahin allen ein dickes Petri Heil